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[06-10-2009] Informationen zur Ausstellung 'Erinnerung bewahren'



Die Ausstellung findet vom 25.10. bis zum 15.11.2009 statt und ist montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr geöffnet, Eintritt frei. Folgende Veranstaltungen finden im Rahmen der Ausstellung statt:

Sonntag, 25.10.2009, 11 bis 16 Uhr
Eröffnung der Ausstellung und Einführung für geladene Gäste:
Grußworte durch die Bürgermeisterin der Freien Hansestadt Bremen Karoline Linnert, Oberbürgermeister Jörg Schulz und Generalkonsul Andrzej Osiak; Podiumsgespräch mit Bürgermeister a.D. Hans Koschnick und Dr. Manfred Ernst, Moderation Volker Heigenmooser

Mittwoch, 28.10.2009, 16 bis 18 Uhr
Führung in polnischer Sprache durch Frau Wöltjen

Mittwoch, 28.10.2009, 17 bis 20 Uhr
Einführung und Rundgang durch die Ausstellung für Jugendliche; Vorbereitung der Lesung mit Frau Jürgens (siehe 04.11.)
Veranstalter: Stadtjugendring und SJD - Die Falken

Samstag, 31.10., 15 bis 18 Uhr + Sonntag, 01.11., 11 bis 15 Uhr
Führung durch die Ausstellung durch Dr. Hergesell für Interessierte

Montag, 02.11.2009, ab 19 Uhr
Dokumentarfilm „Der Reichseinsatz - Zwangsarbeiter in Deutschland“ mit Frau Dr. Bories-Sawala, Universität Bremen

Im Herbst 1944 sind 8 Millionen Ausländer in Deutschland beschäftigt. 30 % der damals werktätigen Bevölkerung. Aus 26 Ländern wurden sie ins „Reich verbracht“. Der Film zeigt aus der Perspektive der Täter und der Opfer, wie sich das System des Arbeitseinsatzes historisch entwickelte: Anwerbung von Freiwilligen, Verschleppung, rassistische Unterdrückung, Sklavenarbeit. Zwangsarbeiter in Deutschland, sie waren für jeden sichtbar und wie selbstverständlich im Alltagsbewusstsein verankert, Verantwortung und Schuld wurden dennoch verdrängt und vergessen. Ohne direkte aktuelle Bezugnahmen werden Wurzeln von Ausländerfeindlichkeit sichtbar.
Veranstalter: Landeszentrale für politische Bildung Bremen, Außenstelle Bremerhaven

Mittwoch, 04.11.2009, 16 bis 18 Uhr
Führung in polnischer Sprache durch Frau Lason

Mittwoch, 04.11.2009, 18 bis 20 Uhr
Lesung und Diskussion mit der Autorin Edith Jürgens für Jugendliche. Sie erzählt die Geschichte einer ehemaligen Bremerhavener Zwangsarbeiterin.
Veranstalter: Stadtjugendring und SJD - Die Falken

Dienstag, 10.11.2009, 18 bis 20 Uhr
Veranstaltung der Deutsch-Polnischen Gesellschaft mit einer Führung durch Dr. Hergesell

Donnerstag, 12.11.2009, ab 19 Uhr
Vortrag “Gemeinsame Verantwortung und moralische Pflicht”
Referent: Günter Saathoff, Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“, Berlin

Das Gesetz zur Errichtung der Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" vom 2. August 2000 sah individuelle und humanitäre Zahlungen an ehemalige Zwangsarbeiter und andere Opfer des Nationalsozialismus vor. Mit dem Abschluss der Auszahlungen an ehemalige Zwangsarbeiter am 12. Juni 2007 hat die Stiftung den ersten Auftrag der Stifter erfüllt. Die Förderung internationaler Projekte im Geiste der Völkerverständigung und der Aussöhnung ist nun der dauerhafte Auftrag der Stiftung.
Veranstalter: Landeszentrale für politische Bildung Bremen, Außenstelle Bremerhaven

Weitere Termine sind in Planung und können der Tagespresse entnommen werden.


Veranstaltungen für Schulklassen und MultiplikatorInnen
(Anmeldung erforderlich unter Tel. 590-2070, Amt für Jugend, Familie und Frauen):

Montag, 26.10.2009, 16 bis 18 Uhr
Einführung für Lehrkräfte und MultiplikatorInnen durch Herrn Deka, Projektleiter der Ausstellung, Warschau
Die Autoren der Ausstellung zeigen am Beispiel konkreter Einzelschicksale die Grausamkeit nationalsozialistischer Politik.
Veranstalter: LFI Bremerhaven

Dienstag, 27.10.2009, 10 bis 12 Uhr,
Mittwoch, 04.11.2009, 10 bis 12 Uhr,
Mittwoch, 11.11.2009, 10 bis 12 Uhr

Referat über den jugendlichen Zwangsarbeiter Walerjan Wróbel durch Prof. Dr. Schminck-Gustavus, Universität Bremen

Donnerstag, 29.10. 2009, 10 bis 12 Uhr,
Donnerstag, 05.11.2009, 10 bis 12 Uhr,
Donnerstag, 12.11.2009, 10 bis 12 Uhr

Führung durch die Ausstellung mit Dr. Hergesell

Montag, 02.11.2009, 10 bis 14 Uhr
Spielfilm „Walerjan Wróbel“ mit anschließender Erläuterung und medienpädagogischer Analyse durch den Dozenten Herrn Isensee, Hochschule für bildende Künste Braunschweig und Herrn Kandsorra, LFI Bremerhaven
Veranstalter: LFI Bremerhaven

Zur Ausstellung:

Stiftung „Polnisch-Deutsche Aussöhnung“

Die Ausstellung „Erinnerung bewahren. Sklaven- und Zwangsarbeiter des Dritten Reiches aus Polen 1939-1945“ wurde von der Stiftung „Polnisch-Deutsche Aussöhnung“ erstellt. Bei einigen Aufgaben erhielt die Stiftung Unterstützung seitens des Institutes für Nationales Gedenken sowie der Berliner Geschichtswerkstatt e.V. Die abschließende inhaltliche Form der deutschsprachigen Ausstellungsversion entstand in Zusammenarbeit mit dem Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit Berlin-Schöneweide (einer Abteilung der Stiftung Topographie des Terrors).

Die Intention der Ausstellung ist es, die Tragik dieser Zeit und den Heldenmut der polnischen Bürger, die während des Zweiten Weltkrieges für das Deutsche Reich Zwangsarbeit geleitstet haben, zu zeigen. Dies geschieht auf sehr eindringliche Art und Weise, indem menschliche Einzelschicksale dargestellt werden. Im Zentrum des Interesses befindet sich somit nicht die Zwangsarbeit als Phänomen, sondern das Schicksal von Männern, Frauen und Kindern, die nicht nur zu Opfern des Krieges, sondern vielmehr des Hasses wurden, der seinen Ursprung in der faschistischen Ideologie hatte. Die Helden dieser Ausstellung blicken von alten Fotografien auf uns und sprechen uns in Briefen an ihre Nächsten, in Berichtfragmenten und ihren Erinnerungen an. Propagandaplakate und -flugblätter spiegeln die Atmosphäre dieser Tage wieder. Originaldokumente, Anordnungen und Aufrufe der Besatzungsbehörden, Bekanntmachungen über Hinrichtungen sowie neue Schikanen und Richtlinien, wie die „Untermenschen“ zu behandeln sind, zeugen von der Grausamkeit nationalsozialistischer Politik.

Die Idee dieser Ausstellung, die das Ergebnis einer deutsch-polnischen Zusammenarbeit ist, entstand aus einem Gefühl der Verantwortung gegenüber der Zukunft. Sie ist nur denkbar, wenn wir die Erinnerung an die Vergangenheit bewahren und die historische Wahrheit verbreiten.

Mariusz Muszyñski
Vorstandsvorsitzender der Stiftung
„Polnisch-Deutsche Aussöhnung“


Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit
Berlin-Schöneweide


Das Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit befindet sich in einem der letzten in Berlin noch weitgehend erhaltenen ehemaligen NS-Zwangsarbeiterlager. Von ursprünglich 13 Unterkunftsbaracken, die zwischen 1943 und 1945 errichtet wurden, stehen heute noch elf. Neben italienischen Militärinternierten bzw. italienischen Zivilarbeitern wurden weitere Zwangsarbeiter aus West- und Osteuropa in dem Lager untergebracht, darunter auch etwa 200 polnische Frauen eines Außenlagers des Konzentrationslagers Sachsenhausen. Das Dokumentationszentrum hat die Aufgabe, am authentischen Ort an das Schicksal dieser Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen zu erinnern. Daher entsteht derzeit auf dem ehemaligen Lagergelände ein Ausstel-lungs-, Archiv- und Lernort. Eine Dauerausstellung zur Geschichte der Zwangsarbeit in Berlin und Umgebung ist in Vorbereitung.

Die polnische Ausstellung „Erinnerung bewahren“ wird vom 25. Oktober bis 15. November 2009 im Dienstleistungszentrum Grünhöfe gezeigt. Sie ist Teil einer Grenzen überschreitenden Aufklärungsarbeit, die das europäische Ausmaß der NS-Zwangsarbeit verdeutlicht. Mit dieser Ausstellung soll nicht nur die Erinnerung an die Betroffenen und ihr Leiden bewahrt werden, sondern auch über einen folgenreichen Teil der polnisch-deutschen Geschichte informiert und damit zum gegenseitigen Verständnis beigetragen werden.


Ausstellungsort:

Dienstleistungszentrum Grünhöfe
Auf der Bult 5
27574 Bremerhaven
Telefon (0471) 3087821

Anbindungen:
Bus: 502, 503, 509 (Haltestelle Boschstr.)


http://www.dlzgruenhoefe.de/news/data/flyer.pdf

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