Von der Laterna Magica ins Dschungelcamp

Projektbeschreibung
Forscherdrang, Neugierde und wissenschaftliche Fragestellungen haben ganz wesentlich die Erfindungen hin zum bewegten Bild, zum Cinematographen begründet: die "Zerlegung" von Bewegungsabläufen; humanmedizinische und tiermedizinische Interessen zur Behandlung/Therapie von Verletzungen durch Kenntnis der Bewegungsabläufe spielten u.a. eine große Rolle. Dass mit der neuen Technik Bewegungen "in Echtzeit" gezeigt werden konnten, machte jedoch auch Probleme: es ist überliefert, dass bei der ersten öffentlichen Filmvorführung 1895 in Paris mit dem Film "L´arrivée du train en gare" die Zuschauer fluchtartig und laut schreiend das Etablissement verlassen haben: aus Angst, überfahren zu werden.
Heute sind wir misstrauischer den Bildern gegenüber geworden: Kriege, die im Fernsehen stattfinden, 24 Stunden Nachrichtensendungen, die gefüllt sein wollen, tägliche Doku-Soaps, die vorgaukeln, die Realität abzubilden und das Generieren von digitale Bildern, die eine Ursprungs-oder Authentizitätsüberprüfung verweigern, lassen uns am Wahrheitsgehalt von Bildern zweifeln.

Programm / Veranstaltungszeit:
1. Halbjahr 2005

• Vortrag 1 / mit Filmbeispielen
15. März 2005, 19.30 Uhr, Hochschule Bremerhaven, Hörsaal

Schein und Wirklichkeit in Mixed Reality - Technische Möglichkeiten, Grenzen und Risiken
Referent: Willi Bruns, Uni Bremen, Informatik, atecLab - Laboratory for Art, Work, Technology
Es wird aufgezeigt, welche technische Möglichkeiten und Grenzen es gibt, reale und virtuelle Welten zu mischen. Nützliche und unterhaltsame Anwendungen werden vorgestellt.
Im Anschluss: Eine Auswahl computeranimierter Kurz- und Experimentalfilme von der SigGraph 2003, der weltweit größten Messe für Computer-Grafik. • Vortrag 2 / mit Bild- und Filmbeispielen 14. April 2005, 19.30 Uhr, Hochschule Bremerhaven, Hörsaal Gute Zeiten, Schlechte Zeiten Referent: Daniel Sponsel, Hochschule für Fernsehen und Film, München Von der Höhlenmalerei über die Gebrüder Lumière bis zu den Bildern vom Mars: ein Streifzug durch die Geschichte der bewegten Bilder. Mit kommentierten historischen Raritäten und Ausschnitten aus aktuellen Produktionen. • Im Kino: Apollo Filmtheater • Georgstr. 73 • 27570 Bremerhaven 16. März, 18.00 und 20.30 Uhr KOKI: Was geschah wirklich zwischenden Bildern? Bundesrepublik Deutschland 1986, Regie: Werner Nekes Dokumentarfilm, 83 Minuten Der Filmemacher Werner Nekes betätigt sich seit vielen Jahren als Sammler der Vorgeschichte des Kinos. In seinem Film stellt er wesentliche Objekte seiner einzigartigen Sammlung vor und demonstriert ihre noch immer faszinierende Funktion. Ein Kapitel gilt der Darstellung des Raums von der Camera Obscura über anamorphotische und stereoskopische Effekte bis zur Holographie. Ein weiteres gilt dem Phänomen der Trägheit der Wahrnehmung, die für die Illusion der Bewegung auf raffinierteste Weise genutzt wird. Der Film von Nekes lädt ein zu einer ebenso faszinierenden wie informativen Entdeckungsreise in das Zauberreich der bewegten Bilder in der vorfilmischen Zeit. 13. April, 18.00 und 20.30 Uhr KOKI: INSIGNIFICANCE - DIE VERFLIXTE NACHT England1985, Regie: Nicolas Roeg - 109 min. Darsteller: Theresa Russell ,Tony Curtis, Michael Emil u.a. Eine Nacht irgendwann in den 50ern: Eine namenlose Schauspielerin steht auf dem wohl berühmtesten U-Bahnschacht der Filmgeschichte. Ihr weißes Kleid fliegt hoch und die männlichen Fans drehen bei diesem Anblick völlig durch. Ein namenloser Wissenschaftler sitzt alleine in seinem Hotelzimmer und sucht mit Hilfe von meditativen Einlagen nach Lösungen zu komplizierten, wissenschaftlichen Fragen. Dabei wird er aber immer wieder von seiner deutschen Vergangenheit eingeholt. Die Geschichte einer fiktiven Begegnung von Marilyn Monroe und Albert Einstein 1954 in einem New Yorker Hotelzimmer. 29. April 2005 - Historisches Museum Bremerhaven • Laterna-Magica-Schauen für die ganze Familie Tages- und Abendprogramm ohne Fernsehen, ohne Videos, oder Kino. Die historische Erfindung der Laterna Magica aus dem 17. Jahrhundert kommt wieder zum Einsatz und erzählt fantastische Geschichten in Licht und Schatten: lange vor der Erfindung des Kinos ermöglichte dieser historische Apparat mit effektvollen Überblendungen Bildergeschichten zu erzählen, die das Publikum belehrten, belustigten oder zum Gruseln brachten. So brachte eine Laterna magica Bilderserie bereits wenige Wochen nach dem Untergang der Titanic im April 1912 das im Dunklen sitzende Publikum zum Schauern: ein frühes Beispiel für Medialisierung zwischen Technikeuphorie und der Frage nach der Macht des Schicksals. Das Duo MUSICA MAGICA befasst sich seit 20 Jahren mit der Geschichte der optischen und akustischen Medien. Gezeigt werden authentische Glasbilder aus der Zeit von 1820 bis 1920 - wunderbare handgemalte ,Nebelbilder', in einer frühen Überblendtechnik. Unterhaltung und Belehrung wechseln sich auf vergnügliche Weise ab. Unter dem Titel "Der eisige Schlaf" - der Untergang der Franklin-Expedition im Eismeer 1846 - bietet das Programm u.a. auch einen Bericht über den Ausgang und die Auffindung der Überreste dieser Expedition. Das Besondere ist eine handgemalte Serie von Laterna magica Bildern, die unter dem unmittelbaren Eindruck des Geschehens etwa 1860 entstanden. Im Mittelpunkt des Kinderprogramms „Geschichten aus der Wunderlampe“ stehen die Märchen. Die Kinder haben reichlich Gelegenheit, das Geschehen auf der Leinwand mit Geräuschen zu untermalen. Anschließend unternehmen die Kinder mit der Laterna magica eine „Zimmerreise“ um die Welt. Diese findet in einer Zeit statt, als das Reisen noch beschwerlich, teuer und gefährlich war. Anhand der farbigen Bilder und Plaudereien geht es nach Amerika zu den Indianern, nach Brasilien in den Urwald, von der Mandschurei in die Türkei. Veranstalter: Kommunales Kino Bremerhaven e.V. und StadtKULTUR im DLZ/Kulturladen Grünhöfe Verantwortl. Ansprechpartner: Bernd Glawatty Magistrat Bremerhaven Kulturladen Grünhöfe/ im DLZ Auf der Bult 5 D- 27574 Bremerhaven Tel.: +49(0)471 3087- 865 Fax.: +49(0)471 3087- 869 Email-Kontaktadresse: kulturladen-gruenhoefe@nord-com.net

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